Eltern-Themen-Abend "Mobbing (k)ein Thema für uns!"

Da wird hinter dem Rücken über eine Mitschülerin gelästert, abgewertet, gehänselt. „Schau mal, jetzt kommt wieder die dicke Kuh!“ Da werden abwertende Bemerkungen gemacht: „Du siehst blöd aus!“. Da werden Informationen nicht weitergegeben, da wird ausgegrenzt. Auch das Ablehnen von Hilfe „Dir leihe ich meine Stifte nicht!“ oder ständiges Ausnützen „Gib mir dein Heft zum Abschreiben!“ kann Mobbing sein.

Im Rahmen der Eltern-Themen-Abende, die seit nunmehr 8 Jahren in der Heidelsteigschule veranstaltet werden, haben sich Eltern und Lehrer gemeinsam Gedanken gemacht, wie mit Mobbing in der Schule umgegangen wird und wie den Betroffenen Hilfe und Unterstützung angeboten werden.

Im Informationsteil konnten sich die Eltern aufklären lassen, was Mobbing eigentlich ist und wie man Mobbing erkennt. Welche Ursachen hat Mobbing und welche Folgen kann ein andauerndes Ausgrenzen nach sich ziehen?

Jedes Kind kann zum Ziel eines aggressiven An-griffes werden. Sind Selbstvertrauen und die Möglichkeiten adäquat auf Anfeindungen zu reagieren eher gering ausgeprägt, dann ist die Gefahr groß, dass die anfänglichen Sticheleien sich wirklich zu einem Mobbing ausweiten.

Kennzeichen ernst zu nehmenden Mobbings sind:


Systematische, zielgerichtete, strategische, sich wiederholende und sich steigernde Attacken – frei nach dem Prinzip: alle gegen einen.

Mobbing ist eine spezifische Form von sozialer Ausgrenzung


Durch das gezielte und kontinuierliche (andauernde) Angreifen einer (starken) oder mehrerer Personen auf eine (schwache) Person oder kleine Gruppe über eine längeren Zeitraum hinaus, reagieren gemobbte Schüler mit Lern- und Schulunlust, Konzentrationsstörungen und absinkenden Leistungen.

Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen sind Hinweise darauf, dass es dem Kind in der Schule schlecht geht.

Es verliert nicht nur im schulischen Bereich an Selbstbewusstsein. Die Probleme können bis zu Depressionen und Selbstmordgefahr führen.

Oft suchen die gemobbten Schüler das Problem bei sich selbst. Viele erzählen den Eltern und Lehrern nichts von der unerträglichen Situation. Sie fühlen sich hilflos ausgeliefert.



Während des Aktionsteils erarbeiteten die Eltern an Hand eines konstruierten Falles selbstständig Lösungsvor-schläge*), wie gemeinsam mit der Schule im Mobbingfall vorgegangen werden kann und soll.

Bei dem „Fall Anna“ wurde klar gestellt, wie wichtig der unmittelbare Austausch zwischen Schule und Elternhaus ist. Nur durch konsequente Zusammenarbeit und das offene und ehrliche Gespräch kann dem Kind geholfen werden, die Schule wieder als geschützten Ort wahrzunehmen.

 

Was können Eltern tun?

  • Sprechen Sie mit Ihrem(n) Kind(ern) über das Phänomen Mobbing.
  • Hören Sie aufmerksam zu, wenn Ihr Kind von der Schule erzählt, und nehmen Sie es ernst. Dann erkennen Sie brenzlige Situationen frühzeitig.
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass man nicht immer alles als Angriff verstehen muss. Nicht jedes versteckte Federmäppchen ist böse gemeint.
  • Halten Sie Kontakt zu den Lehrern, nutzen Sie Elternsprechtage und Sprechstunden. Fragen Sie nicht nur nach Noten, sondern auch danach, ob Ihr Kind gut in die Klasse integriert ist.
  • Entwickeln Sie gemeinsam mit dem Lehrer konkrete Strategien. Bitten Sie den Lehrer oder die Lehrerin, nicht den speziellen Mobbing Fall Ihres Kindes zu diskutieren, sondern lieber darüber, welche Konsequenzen Mobbing jeglicher Art in Zukunft für die Täter haben wird.
  • Stärken Sie Ihr Kind durch praktische Tipps.
  • Ein seelisch ausgeglichenes Kind wird vielleicht von anderen Kindern trotzdem angegangen, es ist aber fähig, mit Angriffen kompetent umzugehen. Körperhaltung, Mimik und die Art und Weise auf Mobbingversuche geeignet und erfolgreich zu reagieren, können leicht eingeübt werden und sind eine schnelle Hilfe.
  • Stellen Sie keine "Gegenmannschaft" auf.
  • Wenn Sie sich anderen anvertraut haben, versuchen Sie nicht, den Mobbern durch "Gegenmobbing" zu antworten. Dadurch wird der Graben nur noch tiefer und macht eine Konfliktbewältigung noch schwerer.

 

Das kann die Schule tun?

  • Wichtig ist es, auch in der Schule mit offenen Ohren und Augen die täglichen Auseinandersetzungen   wahrzunehmen und angepasst zu reagieren.
  • Wird erkannt, dass einzelne Schüler nachhaltig unter Mitschülern leiden, wird das Elterngespräch   gesucht.
  • Klare Strukturen und Regeln in der Schule ermöglichen es den Kindern und Jugendlichen, sich zu   orientieren.
  • Gleichzeitig wird durch einen gegenseitigen respektvollen Umgang der Schüler ermutigt, sich im   Streitfall an die Lehrkraft zu wenden und sich Hilfe zu holen.

 

Die Heidelsteigschule hat sich ein vielfältiges Programm zur Prävention und zur Intervention erarbeitet:

  • Zu allererst steht die intensive Zusammenarbeit unter den Lehrkräften sowie der fortwährende Kontakt   mit den Eltern durch einzelnen Klassenlehrern, die Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat und die regelmäßigen Eltern-Themen-Abende.
  • Die Konfliktkultur wird getragen durch die Streitschlichter, die gut organisierte SMV   (Schülermitverantwortung) und die Kooperation mit der Jugendhilfe.
  • Die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) führt zusammen mit den Klassenlehrern (insbesondere in den   Klassen 5 und 6) regelmäßig Sozialtrainingseinheiten durch. Damit soll die Klassengemeinschaft gestärkt   und Mobbing vorgebeugt werden.
  • Das „No-blame Approach“ ist eine bewährte Methode, diejenigen Klassenkameraden zu stärken und in   die gemeinsame Verantwortung zu nehmen, die bislang eher als unbeteiligte Zuschauer die Spannungen   in der Klasse miterleben mussten.

 

Wie können Sie vorbeugen, dass Ihr Kind zum Täter wird?

  • Fragen Sie sich: Sprechen wir andauernd schlecht über eine Person unseres Bekanntenkreises?
  • Achten Sie auf Ihre Umgangsformen in Sprache und Tat: Ihr Kind lernt auch von Ihnen, andere zu   beleidigen oder zu verletzen!
  • Leben Sie Ihrem Kind vor, dass Gewalt keine Möglichkeit ist, Konflikte zu lösen.
  • Bieten Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, seine Aggressionen z.B. beim Sport abzubauen.
  • Seien Sie medienkritische Instanz: machen Sie „Gewalt in den Medien“ zu einem Thema.
  • Wenn Ihr Kind auffällig wird, also z. B: übertriebene Wut- / Zornausbrüche bekommt, Gegenstände   zerstört, Tiere quält oder auch beim Spielen zu „brutalem“ Kämpfen neigt, sollten Sie reagieren und das   Ganze nicht als „Phase“ abtun!
  • Stellen Sie auch zu Hause klare Regeln auf, und beziehen Sie Ihre Kinder dabei mit ein.


*) Lösungsvorschläge Im Fall Anna

 

Lehrer können tun:

  • gemeinsames Frühstück (um gesundes Essen herauszuheben)
  • Öko-Tag in der Schule einführen
  • Unterstützung des Schülers
  • Schulwechsel als Option im Auge behalten
  • Akzeptanz fördern
  • Sozialarbeiter mit einbeziehen
  • Schüler-Eltern-Lehrer-Gruppe bilden
  • Schule muss Täter zum Gespräch einladen
  • über Diskriminierung aufklären und
  • Konsequenzen aufzeigen und einhalten
  • Eltern des/der Täter(s) auch einbeziehen

 

Eltern können tun:

  • Gespräch mit Lehrern suchen
  • Anna anhören und stärken
  • Kontakt zu anderen Schülereltern suchen
  • professionelle Hilfe annehmen
  • Die Schule informieren

 

Beide:

  • Anna muss von Eltern und Schule geschützt werden.
  • Eltern und Lehrer müssen Vorbild sein
  • Täter kontrollieren (S-VZ)

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