„Zwischen gewähren lassen und strengen Konsequenzen“

Eltern-Themen-Abend am 05. April 2017


Referentin: Susanne Schneider (Erziehungsberatungsstelle Bamberg)

Erziehung ist ein langfristig angesetztes Unternehmen, das sich immer wieder auf die veränderten Lebensbedingungen und Entwicklungsstufen der Kinder anpassen muss. Die Fähigkeiten und Ansprüche der Kinder verändern sich über die gesamte Zeit der Reife. Angefangen von der völligen Unbeholfenheit im Säuglingsalter über die verschiedenen Trotzphasen bis hin zur Ablösung aus dem Elternhaus: Eltern müssen stets den schweren Spagat zwischen klaren Ge- und Verboten, zwischen helfen und Unterstützen halten. Bis hin zu der Zeit, in der die Eltern im Leben der (fast) erwachsenen Kinder (fast) keine Rolle mehr spielen und endgültig loslassen müssen.

Mit diesen Fragestellungen im Umgang von der Wiege bis zur Ablösung aus dem Elternhaus haben sich die anwesenden Eltern gemeinsam mit der Referentin, Frau Schneider und der JaS auseinander gesetzt.

In Kleingruppen haben die Eltern welche Aufgaben Eltern in den verschiedenen Entwicklungsstufen haben und wie diese optimal umgesetzt werden können. Dabei haben sie sich an den 4 Grundregeln der Erziehung (siehe unten) orientiert.

Dabei wurde klar heraus gearbeitet, dass es sehr wichtig ist, in den Erziehungsregeln eindeutig und klar zu sein. Kinder brauchen diese Familienregeln und auch die klaren Konsequenzen beim Überschreiten der Regeln. Kinder müssen nach und nach in die Aufstellung der Regeln eingebunden werden.

Mitverantwortung und begrenztes Loslassen sind Stufen der Selbstständigkeit.
Dies funktioniert dann am besten, wenn qualitative Zeit für das Miteinander gefunden wird. Dabei ist es weit wichtiger, wie die Zeit miteinander verbracht wird, als die Anzahl der Stunden und Minuten.

4 Grundregeln der Erziehung

 1. Kinder brauchen einen Lebensraum, in dem sie sich sicher fühlen

Auch Kinder brauchen Sicherheit – körperlich wie auch seelisch. Dazu ist es wichtig, dass die Kinder einen stabilen Zugang zu den wichtigen Bezugspersonen (Eltern, Groß-eltern, Geschwister aber auch Freunde und Lehrer…) haben.
Eine verlässliche Alltagsroutine bietet ein sicheres Umfeld.

2. Kinder brauchen Zuwendung und Liebe

Jedes Kind braucht Zuwendung und Liebe, um Selbstbewusstsein, Lebensmut und auch ein gutes Gespür für andere zu entwickeln. Liebe und Zuwendung sind Balsam für die „Wunden des Lebens“ , gleichen Selbstzweifel und Ängste aus und vermitteln Zuversicht für die Zukunft.

Vermitteln Sie Ihren Kindern Freude und zeigen Sie, dass sie willkommen sind.
Nehmen Sie die Bedürfnisse Ihrer Kinder wahr und ernst. Reagieren Sie auf diese Be-dürfnisse stets angemessen.
Erkennen Sie auch „kleine Leistungen“ an.

3. Kinder brauchen eine klare Orientierung

Kinder brauchen Orientierung, um Gefahren zu entgehen, schlechte Erfahrungen zu vermeiden und ihre Energien sinnvoll einzusetzen. Kindern nützt es nichts, wenn sie alles dürfen, nichts dürfen oder nicht wissen, wann sie was dürfen und wann nicht.
Seien Sie Vorbild für erwünschtes Verhalten. Machen Sie klare Aussagen, was Sie von Ihrem Kind erwarten. Setzen Sie eindeutige Grenzen, wenn die Kinder sich nicht an Vorgaben und Vereinbarungen halten.
Klare Absprachen unter den Erwachsenen erleichtert es den Erwachsenen zusammen zuarbeiten aber auch den Kindern, sich aufgenommen zu fühlen.

4. Kinder brauchen Autonomiespielräume

Kinder brauchen Freiräume, um sich zu erproben und langfristig flügge zu werden. Selbstständigkeit und Selbstvertrauen können sich nur entfalten, wenn sie zugelassen werden – mit klugem Augenmaß für das, was Kinder verantworten und leisten können, und dem nötigen Mut, loszulassen.
Nehmen Sie die veränderten Fähigkeiten Ihres Kindes wahr. Erweitern Sie die Spiel-räume Ihres Kindes in angemessenen Schritten.
Spüren Sie geeignete Gelegenheiten für selbstständiges Handeln Ihres Kindes auf.
Lassen Sie auch Fehler im Verhalten Ihres Kindes zu (vgl. 3.)

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